Jahreswechsel 2017/2018 – Beitragsbemessungsgrenzen und Inkrafttreten des Betriebsrentenstärkungsgesetzes

Im Juli 2017 wurde das Betriebsrentenstärkungsgesetz verabschiedet, dessen Bestimmungen größtenteils zum 01.01.2018 in Kraft treten.

Unsere Mitgliedsunternehmen und Versicherten haben wir hierüber bereits individuell informiert.

Das Betriebsrentenstärkungsgesetz hat zwei Teile. Der eine Teil beinhaltet das sog. Sozialpartnermodell, mit dem auf Basis von Tarifverträgen reine Beitragszusagen ohne konkret zugesagte Rentenleistungen (sog. „pay and forget“- Zielrente) eingeführt werden können. Dieses Modell tritt neben die bewährten und bestehenden Durchführungswege und betrifft den DPV daher nicht, da wir an unserem langjährigen Geschäftsmodell festhalten werden.

Der zweite Teil des Betriebsrentenstärkungsgesetzes dagegen enthält Verbesserungen für die gesamten Rahmenbedingungen der betrieblichen Altersversorgung und kommt auch beim DPV zum Tragen und damit unseren Versicherten bzw. Ihren Mitarbeitern zugute.

Wichtigste Änderung bereits zum 01.01.2018 ist die Erhöhung des steuerlichen Förderrahmens.                Nach § 3 Nr. 63 Satz 1 EStG können dann bis zu 8% der Beitragsbemessungsgrenze (BBG) in der allgemeinen Rentenversicherung steuerfrei eingezahlt werden, davon sind 4% wie bisher zudem sozialversicherungsfrei. Der bisherige Aufstockungsbetrag von 1.800 EUR entfällt im Gegenzug dafür. Sofern pauschal versteuerte Beiträge nach § 40b EStG vor 2018 geleistet wurden, können diese weiterhin nach § 40b EStG pauschal versteuert werden. Der steuerfreie Höchstbetrag nach § 3 Nr. 63 Satz 1 EStG (8% der BBG in der allgemeinen Rentenversicherung) verringert sich dann um diese Zuwendungen.

Weitere Verbesserungen wurden zum Beispiel durch Förderbeträge von 30% (72 EUR bis höchstens 144 EUR jährlich) bei Niedrigverdienern (max. monatlicher Arbeitslohn 2.200 EUR) eingeführt, wenn für diese Mitarbeiter zusätzliche Arbeitgeberbeiträge von mindestens 240 EUR jährlich in die betriebliche Altersversorgung eingezahlt werden. Maximal förderbegünstigt sind 480 EUR jährlich. Die Förderbeträge sind bei der Lohnsteuer-Anmeldung gesondert abzusetzen. Die entsprechenden Bestimmungen sind in § 100 EStG geregelt.

Eine tabellarische Darstellung der vorgenannten und weiterer Neuregelungen finden Sie nachfolgend unter Berücksichtigung der neuen monatlichen Beitragsbemessungsgrenze in der allgemeinen Rentenversicherung (West) ab 01.01.2018 in Höhe von 6.500 €, woraus sich ein steuer- und sozialversicherungsfrei umwandelbarer Betrag von 260 € monatlich ergibt.

Wegen der Vielzahl von Änderungen durch das Betriebsrentenstärkungsgesetz, der zeitlich gestaffelten Regelungen für Alt- und Neuzusagen und aufgrund einiger handwerklicher Fehler des Gesetzes bzw. Auslegungsfragen wird sich ein erhöhter Beratungsbedarf ergeben, dem wir gern telefonisch, per Mail und auch durch Hinweise hier auf unserer Homepage nachkommen werden.